Das Notariat ist ein öffentliches Amt auf Ernennung und gilt als Berufsstand mit Verpflichtung, Verantwortung sowie nachgewiesener fachlicher Qualifikation.

Das sog. „lateinische Notariat“ hat seine Wurzeln in Italien und wurde im 12. Jahrhundert erstmals geschichtlich erwähnt. Während des 13. und 14. Jahrhunderts fand es seinen Weg nach ganz Europa und etablierte sich als traditionsreicher Berufsstand auch in Deutschland. Die Erhebung in den Stand des Notars war schon zur Zeit Kaisers Karl IV. nur nach Erlangung von Qualifikationsnachweisen durch Prüfungen möglich. Die erste Reichsnotariatsordnung wurde vom Reichstag zu Köln im Jahr 1512 verkündet.

Noch heute wird das Berufsbild des Notars durch die römisch-germanisch-rechtliche Historie geprägt – ein unparteiischer und unabhängiger Berater auf allen Rechtsgebieten, den beruflichen Dogmen unter Eid verpflichtet, Volljurist mit abgeschlossenem 2. Staatsexamen, als Anwaltsnotar erfolgreich absolvierter notarieller Fachprüfung, der dann durch den Staat zum Amtsträger ernannt wurde, um Notariatsgeschäfte zu besorgen.

Ca. 7.000 Juristen sind in der Bundesrepublik Deutschland als Notare zugelassen. Als unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes ist der Notar für Beglaubigungen sowie Beurkundungen von Willenserklärungen im Rahmen der vorsorgenden Rechtspflege zuständig. Bei vielen Transaktionen des allgemeinen Wirtschafts- und Geschäftslebens sowie im familiären und persönlichen Bereich wird eine notarielle Mitwirkung vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Dabei macht die fundierte Ausbildung und häufig langjährige Erfahrung im juristischen Bereich – in vielen Bundesländern, so auch in Niedersachen, als praktizierender Rechtsanwalt – den Notar zu einem kompetenten Ansprechpartner und Berater seiner Mandanten.

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat es sich eingebürgert, das von dem Notar ausgeübte Amt (auch) als "Notariat" zu bezeichnen. Das Amt des Notars wird auf Grundlage der Bundesnotarordnung übertragen. Danach trägt er die Amtsbezeichnung „Notar“ (§ 2 Satz 2 BNotO). Der Begriff „Notariat“ ist hingegen weiter gefasst als der des Notaramts nach der Bundesnotarordnung. Er erstreckt sich auch auf das Amtsnotariat gemäß der Notariatsverfassung des Landes Baden-Württemberg, das nicht in der Bundesnotarordnung (§§ 114 ff.), sondern landesgesetzlich geregelt ist (§ 1 Abs. 1 des Landesgesetzes über die freiwillige Gerichtsbarkeit – LFGG – vom 12. Februar 1975, GBl. S. 116). Danach sind die Notariate als staatliche Behörden organisiert und mit – einem oder mehreren – beamteten Notaren im Landesdienst besetzt. Das Bezirksnotariat unterscheidet sich somit in seiner Struktur von dem personenbezogenen Notaramt der Bundesnotarordnung. Allein den Behörden dieser landesgesetzlichen Notariatsverfassung ist nach in der Rechtsprechung verbreiteter Ansicht die Bezeichnung „Notariat“ vorbehalten.

Auch unsere Notarkanzlei in Hannover leistet mit aktuell vier Notaren einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Rechtspflege. Nicht ohne Grund spricht die BNotO abgekürzte Bundesnotarordnung als Regelwerk dieses Berufsstandes von der Wichtigkeit dieses öffentlichen Amtes. Während der Rechtsanwalt eher Streitigkeiten im Zivil- oder Arbeitsrecht im Vorfeld verhindert, schlichtet oder für seinen Mandanten regelt, sorgt das Notariat durch klar formulierte Urkunden und Erklärungen für die Sicherheit, dass die Einschaltung von Rechtsanwälten erfordernde Auseinandersetzungen gar nicht erst entstehen. Je detaillierter ein Vertrag gestaltet wird, desto weniger Raum bleibt bekanntlich für Interpretationen. Notarielle Urkunden genießen von vornherein eine besondere Bedeutung und Beweiskraft als öffentliche Urkunde.

In welchen Fällen wird ein Notar in Hannover benötigt?

Zutreffend gehen Gerichte, Behörden, Rechtsanwälte und Bürger davon aus, dass der Inhalt von Notariatsurkunden den Tatsachen sowie den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die beteiligten Personen mit den unterzeichnenden Parteien identisch sind.

Wie hoch die Bedeutung notarieller Urkunden ist, zeigt sich auch in Gerichtsverfahren, in denen sie als Beweismittel privilegiert sind: Neben Sachverständigengutachten, Augenschein, Partei- und Zeugenvernehmung wird insbesondere den notariellen Urkunden ein besonderer Beweiswert als öffentliche Urkunde zugebilligt.

Im Bereich der Zwangsvollstreckung, die einen Eingriff in das rechtlich geschützte Privatleben darstellt, kann der Gläubiger im Wesentlichen aus Urteilen oder eben notariellen Urkunden vollstrecken. Auch die staatlichen Registerstellen mit dem Grundbuchamt, Handelsregister oder Vereinsregister verlassen sich bei Eintragungen und Änderungen auf die Richtigkeit notarieller Urkunden.

Nicht zuletzt kommt notariellen Urkunden eine Warn- und Sicherheitsfunktion zu: Vor bedeutsamen Entscheidungen wie etwa Grundstückskäufen oder Erbverträgen wird der Bürger durch die Formvorschriften vor den potenziellen Folgen vorschnellen Handelns geschützt. Dem Notar obliegen nach dem Gesetz Aufklärungspflichten, die dem Mandanten Gelegenheit geben, sich vor Unterschriftsleistung noch einmal die Konsequenzen des Rechtsgeschäfts vor Augen zu führen.

Beurkundungen und Beglaubigungen

In erster Linie besteht die Notartätigkeit in der Vornahme von Beurkundungen und Beglaubigungen. Doch schon diese beiden Amtshandlungen setzen eine intensive Beratung mit dem Mandanten und das Eingehen auf individuelle Situationen voraus. Ehe eine Beurkundung vorgenommen werden kann, muss der wahre Wille aller Beteiligten eingehend erforscht und geprüft werden, bevor entsprechende Verträge oder Erklärungen gestaltet werden können. Beim Vorlesen der Urkunde werden Konsequenzen, Gefahren und Risiken nochmals erörtert und besprochen. Auch bei einer Beglaubigung als Bestätigung der Echtheit von Unterschriften und Dokumenten werden die jeweiligen Personalien sowie die Übereinstimmung der Unterlagen mit dem Original überprüft, um vor Fälschungen oder Schäden im Rechtsverkehr zu schützen.

Unser Notariatsteam in Hannover führt Beurkundungen und Beglaubigungen in allen Rechtsgebieten durch, die nachfolgend einige auszugsweise kurz präsentiert werden sollen:

Immobilienrecht und Baurecht

Das Immobilienrecht gehört zu den Schwerpunkten der Notarpraxis, die bei Kaufverträgen über Häuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke eingeschaltet wird. Auch Schenkungsverträge über Immobilien, beispielsweise im Zusammenhang mit vorweggenommener Erbfolge, oder die Weitergabe eines Unternehmens mit Grundbesitz an die nächste Generation gehören in den notariellen Aufgabenbereich.

In der Kanzlei werden die für den Immobilienkauf erforderlichen Urkunden entworfen, besprochen und letztlich beurkundet. Es werden behördliche Genehmigungen wie beispielsweise die Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen Finanzamtes eingeholt, Grundpfandrechte im Grundbuch zur Löschung gebracht oder die erwerbende Partei durch die Eintragung einer Auflassungsvormerkung abgesichert. Zum Schutz der veräußernden Partei wird der Antrag auf Umschreibung des Grundbuchs erst dann gestellt, wenn der Ausgleich des Kaufpreises für die Immobilie nachgewiesen worden ist. Die Käuferseite wird durch eine Auflassungsvormerkung ebenso grundbuchlich gesichert. Zur Absicherung von Krediten und Darlehen werden Grundschuldbestellungen und Hypotheken vorgenommen.

Gesellschaftsrecht und Vereinsrecht

Sofern Einzelpersonen oder Gesellschaften in einem größeren Umfang im kaufmännischen Bereich tätig werden möchten, kann eine Eintragung in das Handelsregister erforderlich sein. Notare entwerfen diese Anmeldungen, beglaubigen die jeweiligen Unterschriften und erstellen die erforderlichen Dokumente, die heutzutage elektronisch an die Registergerichte übermittelt werden.

Des Weiteren entwerfen und beurkunden unsere Notare auch Gesellschaftsverträge für OHGs (Offene Handelsgesellschaften), KGs (Kommanditgesellschaften) oder GmbHs (Gesellschaften mit beschränkter Haftung) und AGs (Aktiengesellschaften). Speziell bei Kapitalgesellschaften bedürfen auch Änderungen wie etwa Verlegung des Firmensitzes, Wechsel der Geschäftsführung und des Vorstandes oder die Erhöhung des Kapitals einer Beurkundung oder Beglaubigung.

Im Vereinsrecht wird der Mandant zum Beispiel in Bezug auf die Gründung des Vereins beraten, um anschließend die Eintragung in das Vereinsregister durchführen und auch bei Satzungsänderungen auf notarielle Leistungen zurückgreifen zu können.

Familienrecht

Auch vor oder nach Eheschließungen ist das Notariatsteam ein kompetenter Ansprechpartner, wenn es um einen Ehevertrag geht. In diesen können individuelle Vereinbarungen wie etwa die Gütertrennung, die Regelung des Unterhalts oder das Zuweisen des Sorgerechtes festgehalten werden. Bei Scheitern einer Ehe können sich notarielle Vereinbarungen (sog. Scheidungsfolgenvereinbarungen) über die Vermögensauseinandersetzung, die Rentenansprüche sowie Unterhaltsregelungen als hilfreich erweisen, wobei alle Beteiligten von der Unparteilichkeit des Notaramtes profitieren.

Möchten Eltern ein Kind adoptieren, bedarf es notarieller Anträge für das Familiengericht.

Ein weiterer Aspekt des Familienrechts ist die Vorsorge für den Betreuungsfall. In diesem Bereich werden Generalvollmachten, Vorsorgevollmachten sowie Betreuungs- und Patientenverfügungen entworfen und beurkundet bzw. beglaubigt. Diese notariellen Urkunden genießen größtes Vertrauen im Rechtsalltag und werden im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer vermerkt, um bei Bedarf schnellstmöglich reagieren zu können.

Erbrecht

Eine gut durchdachte Testamentsgestaltung ist heute wichtiger denn je – auch im Hinblick auf die Erbschaftsteuer. Unsere Notare haben jedoch nicht nur das Steuerrecht und Erbrecht beim Testament oder Erbvertrag vor Augen, sondern auch den familiären Hintergrund rund um Partner und Kinder des Erblassers. Auch die Versorgung von Angehörigen oder das Vermeiden von Streit in den Familien wird in den Beratungsgesprächen erörtert, um Fehler zu vermeiden.

Auch bei der Übertragung eines Unternehmens, etwa im Wege der vorweggenommenen Erbfolge, vermeidet eine erbrechtliche Beratung und Vertragsgestaltung langwierige und kostenintensive Auseinandersetzungen, die sonst unnötig Anwälte bemühen und den Betrieb gefährden könnten.

Nicht zuletzt werden unsere Notare tätig, wenn es um die Erteilung von Erbscheinen oder die Ausschlagung von Erbschaften gegenüber dem Nachlassgericht geht.

Das Notarteam in Hannover – unabhängig und neutral

Unserer Funktion als öffentliches Amt können wir nur durch Unabhängigkeit gerecht werden. Unser Notarteam in Hannover handelt in jeweils eigener Verantwortung, Haftung und unabhängig von behördlichen Weisungen. Richtschnur für die tagtägliche Arbeit im notariellen Bereich sind ausnahmslos Gesetz und Rechtsprechung.

Der Rechts- oder Fachanwalt muss die Interessen einer Partei vertreten, während bei notarieller Tätigkeit immer alle Parteien auf etwaige Konsequenzen und Folgen von Klauseln aufmerksam gemacht werden.

Letztendlich hat jedes Mitglied der Notarkammer seine persönliche und fachliche Eignung für das Berufsfeld unter Beweis stellen müssen und hat einen Eid auf gewissenhafte und unparteiische Pflichterfüllung sowie der Wahrung der Verfassung geleistet. Die Einhaltung aller relevanten Vorschriften und Gesetze sowie auch die korrekte Abrechnung mit den Mandanten wird regelmäßig vom zuständigen Landgerichtspräsidenten geprüft.

Was kostet ein Notar in Hannover?

Die Kosten unseres Notariats in Hannover beinhalten Gebühren und Auslagen, die gesetzlich festgeschrieben sind, was wiederum die Neutralität dieses Berufsstandes nachhaltig untermauert. Die Vereinbarung individueller Gebühren ist unzulässig und damit ausgeschlossen. Abhängig von der Art des Geschäfts und der notariellen Tätigkeit wird explizit gesetzlich vorgegeben, wie einzelne Geschäftsvorgänge abgerechnet werden müssen.

Das seit dem 01.08.2013 gültige als GNotKG abgekürzte, Gerichts- und Notarkostengesetz dient dabei als besonders soziales Kostensystem, das jedem den Zugang zu notariellen Leistungen ermöglicht. Notare sind nach § 17 Abs. 1 Satz 1 BNotO (Bundesnotarordnung) verpflichtet, für ihre Tätigkeiten die gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren und Auslagen zu erheben – also nicht mehr und auch nicht weniger.

Das Gebührensystem des GNotKG wird als sorgfältig austariert empfunden. Es führt mitunter dazu, dass viele notarielle Amtstätigkeiten ohne kostendeckende Gebühren durchgeführt werden. Dadurch wird gewährleistet, dass jeder von notariellen Beratungen und Vertragsgestaltungen profitieren kann, unabhängig von Geschäftswerten und vorhandenem Vermögen.

Ein weiterer Vorteil des notariellen Kostenrechts besteht darin, dass die Beratung und anschließende Entwurfsgestaltung bereits mit der Beurkundungsgebühr abgegolten werden. Dies erfolgt unabhängig von der Schwierigkeit des Geschäfts, vom Aufwand sowie der Anzahl von Besprechungsterminen.

Wie auch beim Rechtsanwalt richten sich viele Notariatsgebühren nach dem Gegenstandswert des jeweiligen Geschäfts. Dennoch unterschreiten die Notargebühren in der Regel bei Weitem die Kosten von privaten Auseinandersetzungen oder gerichtlichen Rechtstreitigkeiten. Notargebühren sind bestimmbar und können auch im Vorhinein kalkuliert werden, was dem Mandanten ein Höchstmaß an Sicherheit bietet.

Innerhalb unserer Kanzlei in Hannover sind die Notare Matthias Fontaine, Dr. Nicolas W. Fontaine, Dr. Torsten Becker sowie Dr. Sebastian-Alexander Kampe mit langjähriger Erfahrung auch notariell tätig. Sie finden uns in der Bristoler Str. 6 in 30175 Hannover und können uns unter der Telefonnummer: 0511 81 20 33 sowie per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichen.